Es soll ja Leute geben, die während ihres Urlaubs so viele Fotos machen, dass sie sich Zuhause angucken, wo sie im Urlaub waren.

Es soll auch Leute geben, die während ihres Urlaubs ständig ins Handy gucken und sich Zuhause fragen: „Was hat mein Kind im Urlaub eigentlich gemacht?“

Dein Handy ist super. Es begleitet dich jeden Tag, du hast all deine Kontakte darin, deine Fotos, du liest die Nachrichten, chattest mit Freunden und Bekannten usw. Du weißt ja selber, was du alles mit deinem Handy machst ? Die Welt in deinem Handy ist immer da, 24 Stunden 7 Tage die Woche.

Jetzt stell dir mal vor, du bist um Urlaub mit deiner Familie. Und du siehst deine Familie. Du redest mit ihnen beim Frühstück, danach spielst du mit deinem Kind, ihr macht zusammen das Mittagessen und unterhaltet euch auch dabei. Am Nachmittag unternehmt ihr etwas zusammen, du siehst wie dein Kind klettert, du versuchst es auch mal, spürst das Gras zwischen deinen Händen, während du zuschaust, was dein Kind aus dem Sand gerade baut. Du siehst im genau zu. Du siehst, wie es seine Finger bewegt, wie es den Sand untersucht. Du siehst genau, wie seine Augen nach der Schippe suchen und wie es sich freut, als es sie gefunden hat. Du beobachtest, wie dein Kind aufsteht und bemerkst, dass es ganz anders aus dem Sitzen hochkommt als du. Du siehst dein Kind ganz bewusst. Du verbindest dich mit ihm. Es gibt gerade nur euch zwei auf der Welt. Dabei wird dir ganz warm ums Herz, die Zeit wird irgendwie langsamer. Es ist viel ruhiger, kein Stress. Fast ist es so, dass du die Verbindung von dir und deinem Kind sehen kannst. Du bist stolz. Dein Kind kann schon so viel. Du bist dankbar, dass du seine Mutter/ sein Vater bist. Du spürst die Liebe gerade ganz stark und bewusst. Und dann dreht sich dein Kind zu dir und du strahlst es voller Liebe an… und dein Kind strahlt zurück. Dieser Moment ist eurer.

Was war denn da anders als sonst? Ganz einfach: dein Handy war aus! Es gab nichts, was dazwischen gebimmelt hat, keine neue Nachricht ist aufgepoppt, niemand hat dich angerufen, keine Terminerinnerung blinkte auf… du warst nicht 24/ 7 erreichbar. Du warst du. Du warst in diesem Moment – nicht noch im Kalender, beim nächsten Termin und zwischen zwei Chat-Nachrichten.

Versuch es doch mal und stell dein Handy einfach mal aus. Für den Vormittag. Oder ab Nachmittags. Vielleicht am Tag für ein paar Stunden.

Ich stelle mein Handy am Wochenende immer erst nach dem Frühstück an. Und jeden Abend stelle ich mein Handy schon früh auf Flugmodus. Das ist meine Zeit. Für mich und für meine Familie. Für meine Kinder. Den Rest bekomme ich schon früh genug mit.

Ich bin keine 24/ 7. Ich bin Mama.

Du darfst dein Handy ausstellen. Probiere es. Es geht.

 

Ich bin Ariane von Arianes Familiencoaching. Als Erzieherin habe ich viele Jahre mit Kindern im Alter von einem bis sieben Jahren in verschiedenen Kindertagesstätten und deren Eltern gearbeitet. Immer öfter baten mich Eltern, ihnen “einen Tipp” für den Alltag Zuhause zu geben. So habe ich bemerkt, dass Eltern unsicherer werden im Umgang mit ihrem Kind, weniger auf ihre eigenen Instinkte hörten und außer den Erzieherinnen ihres Kindes kaum einen adäquaten Ansprechpartner hatten. Dies habe ich auch innerhalb meiner Familie gemerkt. Mittlerweile bin ich neunfache Tante und auch hier wurde ich immer häufiger um Rat gefragt oder ob das Verhalten des Kindes “normal” sei. In diesem privaten Umfeld konnte ich gut unterstützen, doch bei den Familien in meiner Kita ging das leider nicht. Das hat mich mehr und mehr unzufrieden gemacht, denn sehr gerne hätte ich die Familien in ihrem Leben so unterstützt, wie sie es gerade brauchten. Ich bin zweifache Mutter und in einigen Situationen mit meinen Jungs hätte ich mir Unterstützung gewünscht – ein warmes Wort, Verständnis, Mut. Als Familiencoach kann ich jetzt den Eltern diese Beratung, Unterstützung und Begleitung geben.

 

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