„Mama, es gibt nicht nur die liebe Sprache, es gibt auch die bösen Sprachen, weißt du das?“

Die 5 Sprachen der Liebe

In meinem Artikel „Liebe ist…“ habe ich schon ein bisschen von den 5 Sprachen der Liebe erzählt. Da mich das sehr interessiert, habe ich mir das entsprechende Buch dazu geholt und aufmerksam gelesen. Jeden Tag ein wenig und beim Abendessen habe ich mit meiner Familie darüber geredet, was ich Neues erfahren habe. Natürlich haben sich meine Jungs an diesen Gesprächen beteiligt, sie haben gefragt: „Und welche Liebessprache spreche ich?“ Sie wollten auch wissen, wer die 5 Sprachen erfunden hat und wie dieser Mann das geschafft hat. „Welche Sprache sprichst du Mama?“ und „Der Papa hat eine andere, das weiß ich.“, führten zu lebhaften Gesprächen am Esstisch. Dann freue ich mich immer, wenn meine Kinder so ein Interesse an meiner Arbeit als Coach zeigen, ihre eigenen Gedanken und Ideen einbringen und mein neues Wissen direkt auf sich und unsere Familie beziehen.

Gary Chapman beschreibt einige Beispiele von Menschen, denen das Wissen über die 5 Sprachen der Liebe sehr geholfen hat, wie sie sie umgesetzt haben und wie vorher überhaupt jeder seine Liebessprache gefunden hat. Dabei kamen mir auch eigene Fragen, die wir zusammen diskutiert haben. Zum Beispiel: „Was ist, wenn einer zwei Sprachen spricht?“ oder „Wie finde ich meine Liebessprache, wenn ich nicht weiß, welches meine ist?“ und „Kann ich die eine Sprache sprechen und so meine Liebe zeigen und eine andere verstehen, also über eine andere für mich Liebe empfinden?“ Es gab also viel zu bereden in dieser Woche und das Thema „Die 5 Sprachen der Liebe“ war sehr präsent.

Die 5 bösen Sprachen

An einem Abend in dieser Zeit saß ich auf dem Sofa und mein 7jähriger spielte mit seinen Autos. Es war noch etwas Zeit bis ich ihn ins Bett bringen wollte und weil er so schön spielte, wollte ich das nächste Kapitel in dem Buch lesen. Dazu kam ich allerdings nicht, denn er sagte: „Mama, es gibt nicht nur die liebe Sprache, es gibt auch die bösen Sprachen, weißt du das?“ Das machte mich sehr neugierig und ich fragte ihn: „Nein, die bösen Sprachen kenne ich nicht. Welche sind das denn?“ „Also Mama, es gibt 5 böse Sprachen. Meine ist Schlagen und Boxen.“ Ich antwortete: „Aha, Schlagen und Boxen.“ „Ja, Schlagen und Boxen, das mache ich dann, wenn mich einer nervt. So in die Luft einfach.“ Stimmt, das kenne ich, er schlägt dann mit seinen Fäusten in die Luft, das hilft ihm, wenn er verärgert ist.

„Papas ist Schimpfen.“ Ah, da ist die zweite böse Sprache- Schimpfen. Und damit hat er recht, denn wenn der Papa wütend ist, dann schimpft er. „Deine ist auch Schimpfen, Mama.“ Ja, stimmt auch.

„Die von meinem Bruder ist Meckern.“ „Ach, die ist Meckern? Meckern ist etwas anderes als Schimpfen.“ „Ja, das weiß ich. Meckern ist natürlich anders. Das macht er immer zu mir.“ Darüber habe ich kurz nachgedacht und er hat recht: mein älterer Sohn meckert, wenn ihm etwas nicht passt. Er mault dann rum, verzieht den Mund und meckert relativ leise in seinen nicht vorhandenen Bart. Da sind mein Mann und ich schon anders mit unserem Schimpfen. Wir werden lauter und sprechen die entsprechende Person direkt an.

„Welche Sprache hat denn die Oma?“, fragte ich ihn. „Auch Schimpfen.“ Ok, das kam sofort ohne Zögern und auch das stimmt. Meine Mutter, seine Oma, wird auch laut, schimpft mit der Person auf die sie wütend ist und regt sich auf.

Wow, da sind schon 3 der angekündigten Sprachen innerhalb von 5 Minuten ausgesprochen. Alle sind anders und er hat jeder Sprache einem oder mehreren Familienmitgliedern zugeordnet. Das fand ich beeindruckend und war jetzt sehr gespannt auf die weiteren beiden bösen Sprachen.

Diese fielen ihm nicht direkt ein, also fragte ich einfach mal: „Vielleicht ignorieren? Also, wenn jemand den anderen nicht mehr beachtet, ihn nicht mehr mitspielen lässt und nicht zum Geburtstag einlädt. Wenn die Person so tut, als ob es den anderen nicht mehr gibt. Ist das noch eine böse Sprache?“ „Ja, Mama, gut. Genau das ist noch eine. Das ist nämlich auch böse, wenn man einen einfach nicht mehr mitspielen lässt. Das ist voll gemein.“ Das konnte ich nachvollziehen und verstand, wieso er Ignorieren zu den bösen Sprachen zählte.

Die fünfte böse Sprache zu finden, war dann etwas schwieriger, denn mein Vorschlag „Könnte es Petzen sein?“, wurde verneint. „Nein, petzen nicht. Warte doch mal, es fällt mir gleich ein!“ Entschuldigung, da war meine Ungeduld gerade sehr aktiv und natürlich ließ ich meinem Sohn wieder genug Zeit, um nachzudenken. Mittlerweile war ich echt beeindruckt und sehr gespannt, welche Sprache er mir noch mitteilt.

Nach kurzem Überlegen sagte er: „Lügen!“ Da dachte ich: „Ja, lügen. Das ist wirklich eine böse Sprache.“ Und ich fand sie auch böser als petzen.

Da hatten wir alle 5 bösen Sprachen: Schlagen und Boxen, Schimpfen, Meckern, Ignorieren und Lügen.

„Woher kennst du die bösen Sprachen?“, fragte ich meinen Sohn. Er ist 7 Jahre alt und erzählt mir davon abends nach dem Abendessen kurz bevor er schlafen geht. Da war ich schon sehr neugierig, wo er davon gehört hatte. „Von niemanden.“, war seine Antwort, „die weiß ich einfach.“ – da war ich erstmal sprachlos! Wir haben in dieser Woche ganz viel über die 5 Sprachen der Liebe gesprochen und er hat für sich überlegt, dass es dementsprechend auch böse Sprachen geben muss und sie festgelegt. Mit 7 Jahren. Und er ist sich da ganz sicher. Er kann die Sprachen sogar anderen Menschen zuordnen. Da war ich wirklich sehr beeindruckt von meinem Sohn und möchte dir diese 5 bösen Sprachen hiermit mitteilen.

Was bedeuten die bösen Sprachen für dich?

Wie auch bei den 5 Sprachen der Liebe, gibt es eine von ihnen, die wir am stärksten sprechen oder am meisten nutzen, eine, die uns am meisten berührt. Vielleicht hast du beim Lesen schon gemerkt, welche der 5 bösen Sprachen du sprichst, also am häufigsten anwendest, wenn du verärgert bist. Meine ist Schimpfen… Dieses Wissen kannst du dir jetzt zu Nutze machen (ich natürlich auch), denn jetzt bist du dir darüber bewusst. Wenn ich zum Beispiel das nächste Mal wütend werde und beginne zu schimpfen, werde ich an meine böse Sprache denken. Sie ist eine böse Sprache und verletzt meine Mitmenschen, meine Familie. Das kann ich nun ändern, da ich es weiß. Und das kannst du auch.

Wie? Ich werde beim nächsten Mal gaaaanz tief Luft holen und mich in die andere Richtung drehen, weg von der Person, weg von der Situation. In dieser Zeit vergehen ein paar Sekunden und durch das zusätzliche tiefe Atmen werde ich schon einen Hauch ruhiger. Da ich in die andere Richtung gucke und nicht zu der Situation, die mich gerade wütend macht, kann ich mir überlegen: Was macht mich gerade wütend? Was möchte ich jetzt? Wie kann ich das erreichen ohne Schimpfen?

Das ist meine Taktik, um meiner bösen Sprache etwas zu entkommen.

Schreib mir gerne in die Kommentare, welches deine böse Sprache ist und was du jetzt wie ändern möchtest.